Bodstedter Wacholderheide
Die Bodstedter Wacholderheide ist ein stilles Naturjuwel an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. Wer Bodstedt Richtung Barth verlässt, findet nach etwa einem Kilometer den ausgeschilderten Fahrweg „Drei Katen" – und damit den Einstieg in eine der artenreichsten Wacholderheiden der Region zwischen Fischland-Darß-Zingst und Stralsund.
Wacholder, Heidekraut und Blaubeeren auf alten Binnendünen
Das sandig-warme Gelände liegt auf Binnendünen, die früher als sogenannter Hude- oder Hütewald von Kühen und Schafen beweidet wurden. Seit gut 50 Jahren entwickelt sich hier ungestört eine reich strukturierte Zwergstrauch-Wacholderheide. Auffällig ist die enorme Formenvielfalt des Wacholders (Juniperus communis): von straff aufrechten Säulen über ausladende Büsche bis hin zu flach kriechenden Exemplaren – jede Wuchsform ist erblich festgelegt. Begleitpflanzen wie Heidekraut, Drahtschmiele, Tüpfelfarn und verschiedene Flechtenarten ergänzen das Bild. Hinter den Gehöften „Drei Katen" erstreckt sich ein dichtes Blaubeerengebüsch, das im Juli reife, aromatische Früchte trägt.
Kurioses am Wegesrand: Hexenbesen in alter Kiefer
Am Fahrrand fällt eine ungewöhnliche Erscheinung auf: Ein sogenannter Hexenbesen mit rund zwei Metern Durchmesser wächst in einer älteren Kiefer. Diese dichten, kugeligen Verwachsungen entstehen durch einen Rostpilz aus der Familie der Nelkengewächse. Auch die urwüchsigen alten Kiefern, die hier im Freistand besonders schön gedeihen, lohnen einen genaueren Blick. Die gesamte Bodenvegetation ist trittempfindlich – bitte unbedingt auf dem markierten Rundweg bleiben.