Marienkirche Rostock
St.
Marien ist Rostocks größte und bedeutendste Kirche, 1232 erstmals urkundlich erwähnt. Querschiff und Langhaus der kreuzförmigen Basilika sind gleich lang und betonen den wuchtigen und geschlossenen Eindruck. Die Kirche hat eine kostbare Ausstattung, wie z. B. die älteste mit Originalteilen funktionierende astronomische Uhr in Norddeutschland aus dem Jahr 1472 sowie eine bronzene Tauffünte aus dem Jahr 1290. Die Ursprünge der St.-Marien-Kirche liegen im Dunkeln. Zum ersten Mal wird ein Prediger an St. Marien im Jahre 1232 urkundlich erwähnt. Der erste St. Marien-Kirchbau war eine frühgotische Hallenkirche mit einer Gewölbehöhe von ca. 15 Metern und einem einfachen Satteldach, dessen Wandanschluss man heute noch an der Ostseite des Kirchturms sehen kann. Nachdem 1265 St. Marien zur Hauptkirche der Stadt Rostock ernannt wurde, genügte dieser Bau den Ansprüchen der Bürgerschaft auf Dauer nicht mehr. So begann man 1290 mit dem Ausbau zu einer Basilika nach dem Vorbild der Lübecker Marienkirche. Über einhundert Jahre dauerten die Bauarbeiten. Seit 1440 hat die Kirche und seit 1796 der Turm die heutige Gestalt. Bis zur Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert war St. Marien Universitätskirche. Schilder im Professorengestühl weisen noch darauf hin. Seit einigen Jahren findet um das Eröffnungsdatum der Universität herum die feierliche Immatrikulation der neuen Studenten in St. Marien statt. Die umfangreiche Kirchenbibliothek von St. Marien wurde damals der Universitätsbibliothek zugeführt. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die astronomische Uhr. Diese wurde 1472 vom Uhrmacher Hans Düringer geschaffen, wobei das Hauptuhrwerk noch heute die originalen Teile aus jener Zeit enthält. Sowohl das Hauptuhrwerk als auch das Kalenderwerk und Glockenspiel, Apostelumgang und Stundenglocke werden täglich per Hand aufgezogen. 1642 wurde die Uhr um das Glockenspiel, den Apostelumgang und das kunstvolle Renaissancegehäuse erweitert. Ganz oben bewegen sich auf einer herausragenden Plattform täglich um 12.00 Uhr und um 24.00 Uhr sechs Figuren (Evangelisten und Apostel) in feierlicher Prozession an dem in der Mitte stehenden und sie segnenden Christus vorbei. Dazu erklingt zu jeder vollen Stunde das Glockenspiel.
Marienkirche Rostock – Geschichte einer mittelalterlichen Stadtkirche
Die Marienkirche Rostock zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten an der deutschen Ostseeküste. Erstmals 1232 urkundlich erwähnt, entwickelte sie sich von einer frühgotischen Hallenkirche zur imposanten kreuzförmigen Basilika, die sich heute als steinernes Zeugnis der Hansegeschichte über die Rostocker Altstadt erhebt. 1265 zur Hauptkirche der Stadt ernannt, orientierte sich ihr Ausbau ab 1290 am Vorbild der Lübecker Marienkirche – die Bauarbeiten dauerten über einhundert Jahre.
Astronomische Uhr und bronzene Taufschale – die Ausstattung von St. Marien
Im Inneren bewahrt die Kirche eine außergewöhnliche Ausstattung. Die astronomische Uhr aus dem Jahr 1472, geschaffen vom Uhrmacher Hans Düringer, gilt als die älteste noch mit Originalteilen funktionierende astronomische Uhr in Norddeutschland. Täglich um 12 und 24 Uhr schreiten sechs Figuren in feierlicher Prozession am segnenden Christus vorbei, begleitet vom Glockenspiel, das zu jeder vollen Stunde erklingt. Ergänzt wird das mittelalterliche Ensemble durch eine bronzene Taufschale aus dem Jahr 1290.
St. Marien als Universitätskirche und kulturelles Zentrum Rostocks
Bis zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert diente St. Marien als Universitätskirche der Universität Rostock, einer der ältesten Universitäten im Ostseeraum. Noch heute erinnern Schilder im historischen Professorengestühl an diese Verbindung. Wer die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns bereist und Städte wie Stralsund, Wismar oder Greifswald besucht, findet in der Marienkirche Rostock einen unverzichtbaren Anlaufpunkt mittelalterlicher Backsteingotik.