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Adliges Fräuleinstift

Barth · Fischland-Darß-Zingst · 54.3692° N, 12.7281° E
Adliges Fräuleinstift

Der barocke Gebäudekomplex des Adligen Fräuleinstiftes entstand zwischen 1733 und 1741 und wurde von der schwedischen Königin Ulrike Eleonore gegründet.

Das Adlige Fräuleinstift wurde 1733 unter der Selbstbezeichnung „Bahrtisches Closter“ gegründet; eine andere zeitgenössische Bezeichnung ist „Adliges Jungfrauenkloster“. Es handelt sich jedoch nicht um ein Kloster, sondern um ein Stift zur Versorgung unverheirateter Töchter vor allem aus adligen Familien der Region. Vergleichbare Einrichtungen bestanden in Bergen auf Rügen, Stralsund (ehem. Kloster St. Annen und Brigitten), Ribnitz (ehem. Klarissen-Kloster, heute Bernstein-Museum) sowie an zahlreichen anderen Orten. Sie gingen aus Klöstern hervor, die im Zuge der Reformation aufgelöst wurden. Die hier lebenden Nonnen entstammten in vielen Fällen Familien, die ihre nicht verheirateten Töchter für den geistlichen Stand bestimmten, da ihr Verbleib in der Familie aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich war. Mit der Einführung der Reformation und der Auflösung der Klöster entfiel diese Versorgungsmöglichkeit. Ein Weg war die Umwandlung der Klöster in weltliche Stifte. Während der Eintritt in die Klöster mit der Ablegung von Gelübden als lebenslange Entscheidung verbunden war, legten die Stiftsdamen kein Gelübde ab. Sie konnten im Falle einer Heirat oder aus anderen persönlichen Gründen das Stift ohne eine spezielle Genehmigung verlassen. Zwar war das Leben im Stift strengen Regeln unterworfen, doch war es tagsüber möglich, das Gelände zu verlassen, es gab Urlaub und die Möglichkeit, jährlich auf Antrag maximal drei Monate abwesend zu sein. Über die Einhaltung der Klosterregeln wachte eine Priorin; die erste Stiftsvorsteherin war Philipina Luise von Wackenitz im Range einer Äbtissin. In Barth gab es keine Vorgängereinrichtung, da nach der Bestimmung von 1255 in der Stadt keine Klöster gegründet wurden (Stadtgründung und frühe Stadtgeschichte von Barth). Der Weg zur Gründung des Adligen Stiftes Barth wurde 1726 frei, nachdem der schwedische König Friedrich unter direkter Beteiligung der Königin Ulrika Eleonora der Ritterschaft das Land und die vorhandenen Reste des Barther Schlosses schenkte sowie die Genehmigung erteilte, im Kgl. Forst auf dem Darß Bauholz zu fällen. Damit befand sich das Stift auf dem Areal, das seit um 1255 der Standort des Stadtquartiers der Fürsten von Rügen, später der Herzöge von Pommern (Jaromar II., Barnim XIII.) war. Am 3. August 1733 zogen die ersten Konventualinnen in die Gebäude ein. Jeder Stiftsdame, unverheiratete und damit unversorgte Frauen, stand eine Wohnung mit 4 Räumen mit Nebengelassen und einer Gartenparzelle zur Verfügung. Zur Sicherung des Unterhaltes gab es festgelegte Bezüge. In der Regel wurde bereits mit der Geburt das Anrecht auf einen späteren Eintritt in das Stift erkauft, doch machten bei weitem nicht alle Berechtigten davon jemals Gebrauch. Nach dem 2. Weltkrieg befanden sich die Stiftsdamen in einer schwierigen Situation. In den Gebäuden mußten Flüchtlinge untergebracht werden und mit der Bodenreform verloren sie die Güter, aus denen das Stift einen Teil seiner Einkünfte erwarb. Die Stiftsdamen mußten vorübergehend ihre Heimstatt verlassen, konnten aber bald wieder zurückkehren. Im Mai 1948 wurde das Stift aufgehoben und fiel an die Kirche. 1974 wurden die Gebäude der Stadt übergeben, 1978 verließ die letzte Stiftsdame, Anna-Louise von Stumpfeld, das Gelände, die letzte Priorin, Katharina von Hagenow (1882-1952) wurde auf dem Barther Friedhof bestattet; nach ihr ist das Barther Gymnasium (Uhlenflucht 5) benannt. Der Baukomplex des Stiftes stellt sich als eine dreiflüglige Anlage aus verputzten Backsteinen dar. Der langgestreckte Hauptbau besteht aus einem erhöhten Mittelteil, mit breitem Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel und Glockentürmchen. Auf beiden Seiten schließen zehnachsige Gebäudeteile mit hohem Mansarddach an. Dazu kommen zwei den Hof dreiseitig umschließende neunachsige Flügel. Der gesamte Baukomplex ist von einer unverputzten Backsteinmauer umgeben, darin eine rundbogige Toreinfahrt mit bekrönendem schwedischen Königswappen und daneben das rekonstruierte Torschließerhaus. Von 1985 bis 1994 befand sich in einigen Gebäudeteilen ein Kindergarten. Seit 2001 sind in dem denkmalgerecht sanierten Komplex altersgerechte Wohnungen sowie Räumlichkeiten für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen eingerichtet.   Die zweiflüglige Barockanlage ist die einzige schwedische Stiftung auf deutschem Boden.

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Die Marienkirche ist ein beachtlich großer Backsteinbau aus dem 13. Jh. (Chor), 14 Jh. (Hallenlanghaus) und dem 15. Jh. (Westturm). Im südlichen Seitenschiff befinden sich noch Reste der mittelalterlichen Ausmalung. Die St.-Marien-Kirche gehört wohl zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Barth. Der Bau der Backsteinkirche begann um 1300, erstmals erwähnt wurde sie im Jahre 1325. Die Kirche entstand in drei Bauphasen. Ihr ältester Teil, der Chor im Osten, ist frühgotisch. Mit Fertigstellung des Turms um 1450 wurde die dritte Bauphase abgeschlossen . Der Turm ist 80 Meter hoch und hat in Ziffernhöhe der Uhr eine Aussichtsplattform. Die größte Bronzeglocke des fünfstimmigen Geläutes stammt von 1585. Das Innere der Kirche wurde mehrfach verändert und durch Stüler in neugotischen Formen restauriert. Einen einmaligen Klang verspricht die vom Berliner Orgelbauer Buchholz und seinem Sohn geschaffene Orgel. Sie gehört zu den besonders wertvollen Orgeldenkmalen Deutschlands. Die Besonderheit liegt in der ihr eigenen Klangschönheit und in ihrer historischen Bedeutung. Das Instrument ist mit 42 originalen Registern das größte in Deutschland erhaltene Werk der Orgelbauer Buchholz und zugleich das große Jugendwerk des Sohnes. Ein besonderes Erlebnis sind die Orgelkonzerte. Der nördliche Teil der Kirche beherbergt ein kleines Museum, in welchem die kirchengeschichtliche Sammlung untergebracht ist. Sehenswert ist ein bronzenes Tauffass (Fünte) aus dem 14. Jhd., das einzige im vorpommerschen Raum. Bei einem Besuch der Kirche sollten Sie auch den Turm besteigen. Beim Aufstieg können Sie die Gewölbe von oben betrachten, einen Blick auf den beeindruckenden Dachstuhl werfen und die Glocken bestaunen. Nach 180 Stufen erreichen Sie in 55 m Höhe eine Plattform, von der aus Ihnen Fensteröffnungen zu allen Seiten eine fantastische Aussicht über Barth, auf den Bodden und die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und das Umland bieten.