Walkendorf

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Sehenswürdigkeiten

Astronomische Beobachtungsstation Dalwitz

Astronomische Beobachtungsstation Dalwitz

📍 Walkendorf

Eine von 6 thematischen Beobachtungsstationen des Astrolehrpfad „De Sternkieker“ im Sternenpark Mecklenburger ParkLand. Die üppigen Grünanlagen und zahlreichen Herrensitze im Mecklenburger ParkLand zwischen Ostseeküste und Seenplatte faszinieren Spaziergänger, Radfahrer und Sternegucker. Hier leuchtet das Firmament am besonders dunklen Nachthimmel in ungewohnter Klarheit. Sechs thematische Beobachtungsstationen in öffentlich zugänglichen Gutsparks bilden den Astrolehrpfad „De Sternkieker“, er lädt zum Wandern auf der Milchstraße ein. „De Sternkieker“, ein in Stahl gelasertes Männchen mit gen Himmel gerichtetem Fernrohr, weist an der Zufahrtsstraße schon den Weg zur Beobachtungsstation und nimmt die Gäste an die Hand, wenn es darum geht, Licht in das Dunkel so mancher Himmelsgeschichten zu bringen. Auf einer Liege für 2 Personen können Gäste an jeder Station mit einem Fernglas oder einem Teleskop den nächtlichen Sternenhimmel beobachten. Am Tage laden die Stationen ein zu Naturbeobachten in den historischen Parkanlagen unter alten Baumriesen, die munter plätschernde Wasserläufe überschatten, die über blühende Parkwiese führen, an manchen Teichen mit Spiegelbildern der Herrenhäusern vorbei bis hin zu aufgeforsteten Streuobsthainen, die ihre Früchte im Sommer und Herbst den Besuchern zum Verkosten anbieten. Eine Nachbildung der berühmten Himmelsscheibe von Nebra ist im Gutspark Dalwitz installiert. Die Himmelsscheibe von Nebra ist ein Meisterwerk früher Astronomen, ca. 4000 Jahre alt und wurde 1999 auf dem Mittelberg, nahe der Stadt Nebra in Sachsen-Anhalt, gefunden. Sie stammt also nicht aus Dalwitz. Auf ihr formen astronomische und religiöse Symbole die älteste bisher bekannte Himmelsdarstellung dieser Art. Die Macher dieser Scheibe waren womöglich Teil der selber Kultur Mittel-Deutschlands, die vor ca. 3250 Jahren in der Völkerschlacht im Tollensetal ihr Ende fand. Wir nennen diese die Aunjetitz-Kultur. In vielen alten Kulturen war früh bekannt, dass ein Kalender auf Sonnenstand und Mondphasen beruhend nicht funktionieren kann. Die entstehenden Ungenauigkeiten gleichen wir heute mit Schaltjahren aus. Dies war den Menschen des Mittelberges (im heutigen Sachsen-Anhalt) scheinbar schon bekannt und sie konnten mithilfe der Himmelsscheibe die Schaltmonate bestimmen. Man könnte die Scheibe also als ein bronzezeitliches Kalenderwerk interpretieren. Über Generationen wurde die Himmelsscheibe immer wieder verändert und erhielt zusätzliche Funktionen. Im Urzustand zeigte sie nur astronomische Objekte (Mond und Plejaden). Sie verschlüsselte eine Schaltregel, mit deren Hilfe sich das Mond- und Sonnenjahr synchronisieren lies. Es folgten die Horizontbögen, die während der Sonnenwenden die Positionen der Sonnen Auf- und Untergangs Punkte anzeigten. Ihre Winkellängen betragen 82°, was für eine Nutzung auf dem Breitengrad von Mitteldeutschland geeicht ist.  Die Barke am unteren Rand der Scheibe hat keine bekannte Funktion und könnte lediglich die Ostrichtung anzeigen und den Lauf der Himmelskörper symbolisieren. Man kann davon ausgehen, dass das Wissen auf der Himmelsscheibe von Nebra aus ganz Europa und dem Orient stammt, da sich viele Details in Quellen anderorts wiederfinden.  Der Mond, welcher auf der Himmelsscheibe zu sehen ist, entspricht einem Mond der 4,5 Tage nach Neumond am Himmel zu sehen ist. In einem alten Keilschrifttext aus Babylonien (aus dem 7. bis 3. Jahrhundert v. Chr.) wird genau so ein Mond beschrieben:  Im ersten Monat des Jahres; im Frühlingsmonat Nissan, solle man auf die Mondsichel und die Plejaden achten, steht da zu lesen. Warum? Weil das Informationen über dies Notwendigkeit eines Schaltjahres liefern konnte. Diese Regel war wohl schon 1000 Jahre vorher auf der Himmelsscheibe verschlüsselt worden. Sie war in einer schriftlosen Gesellschaft eine Vorlage, mit der Jahr für Jahr der reale Mond am Himmel verglichen werden konnte, um zu prüfen, ob es schon Zeit für ein Schaltjahr ist.  Seit dem Fund der Himmelsscheibe von Nebra darf man unsere Vorfahren in einem anderen Licht sehen. Man billigt ihnen astronomische Kenntnisse zu. Die Aunjetitz Kultur scheint keine eigene Schrift entwickelt zu haben. Zumindest wurden bis heute keine Hinweise darauf gefunden. Das trennt diese Kultur von den Hochkulturen der damaligen Zeit.  Die Himmelsscheibe von Nebra bezeugt, dass fundiertes astronomisches Wissen schon in der Bronzezeit in ganz Europa und dem vorderen Orient bekannt war. Es muss nicht mehr der Orient als einzige Wiege unserer Sternenkunde betrachten werden.  Zum Zeitpunkt, als die Himmelsscheibe von Nebra vergraben wurde, befand sich Mitteleuropa in einem Umschwung. Eine Kultur verging ohne belegbare Gründe. Es darf angenommen werden, dass die Himmelsscheibe als eine Art Zeitkapsel vergraben wurde, um späteren Generationen das astronomische Wissen einer ganzen Kultur zu erhalten. In Dalwitz soll durch das Aufstellen einer interpretierten Version dieser Scheibe auf das kontinuierliche Interesse an astronomischen Vorgängen in unserer Region erinnert werden. Ein Himmelsspaziergang in kleinen Schritten "über die riesige Sternenscheibe" Ein Himmelsspaziergang ist ohne viel Anstrengung möglich. Man muss nur den Kopf in den Nacken legen und die Augen über das Firmament schweifen lassen. In Dalwitz bietet die astronomische Beobachtungsstation, für Menschen denen schnell schwindlig wird, bequeme Holzliegen für die Himmelsbeobachtung. "Aller Anfang ist schwer", sagt ein volkstümliches Sprichwort. So kann es auch bei einem Himmelsspaziergang sein. Die Sternenkarte zeigt den Sommersternhimmel mit ihren vielen polnahen Sternenbildern - den zirkumpolar Sternenbildern. Auch sieht man zudem noch die Sommersternbilder, welche ein fiktives Dreieck ihrer Hauptsterne bilden. Möchte man sich nun zurechtfinden, so muss zuerst der Große Bär gefunden werden. Da häufig nur das Hinterteil, der sog. Große Wagen, gut sichtbar ist, wird dieser von Laien oft mit einer Kombination aus Pegasus und Andromeda verwechselt. Dann hilft es zu prüfen, ob die drei Deichsel Sterne des Wagens nach unten (zum Horizont) gebogen sind. Sind sie das, so ist es der Große Bär. Nun kann der Himmelsspaziergang anfangen. Die Deichsel Sterne des Großen Wagens sind ein guter Test für das Auge. Der mittlere Deichsel Stern ist in Wirklichkeit ein Doppelstern. Es handelt sich um die Sterne Alkor und Mizar. Folgen wir nun der Krümmung der Deichsel, so kommen wir zum Hauptstern, Arcturus, des Sternbildes Bärenhüters. Dann verlängern wir unseren Bogen weiter, um das Sternbild der Jungfrau zu finden. Dabei wird uns Spica, der hellste Sterne in der Jungfrau, auffallen. In ähnlicher Weise erarbeitet man sich die Position des Polarsterns, der Himmelsrichtungen und findet das Sternenbild der Kassiopeia. Entsprechend der jeweiligen Jahreszeit gibt es weitere tolle Routen.

Astronomische Beobachtungsstation Lühburg

Astronomische Beobachtungsstation Lühburg

📍 Walkendorf

Eine von 6 thematischen Beobachtungsstationen des Astrolehrpfad „De Sternkieker“ im Sternenpark Mecklenburger ParkLand. Im Schein des Mondlichtes Auf dem Anwesen des Schloss Lühburg befindet sich eine astronomische Beobachtungsstation, die ganz im Zeichen des Mondes steht. Dort, wo der Naturfreund im Frühjahr quakende Frösche und im Spätsommer das Brutgeschrei von Hirschen hört, gibt es jetzt viele Monde mehr. Besonders gut kann man diese am Tage besuchen und sich ein Bild machen, was unser Mond zu bieten hat. Nachts jedoch gibt es in Lühburg Sternenhimmel pur. Die Landschaft ist dann in Mondlicht getaucht und wird zu einer fantastisch anmutenden neuen Welt verwandelt. Es ist fast so, als ob die 400 Jahre Alte Linde hinterm Schloss sich im Mondschein tanzt. Nicht nur Sternen- und Naturfreunde finden an der astronomischen Beobachtungsstation, am Schloss Lühburg, eine Reihe von interessante Informationen. Mithilfe des findet Jedermann schnell und einfach den Polarstern. Die ergonomisch geschnittene Holzliege thront auf einer kleinen Anhöhe mit gutem Blick auf die umliegende Landschaft und das Firmament. Natürlich gehört auch wieder eine Armstütze für das entspannte Halten von Spektiven und Feldstechern am Feldrand bereit. Das schönste ist aber, dass nach dem Besuch der Station das Schloss zu einem Besuch einlädt und es viele tolle architektonische Details zu entdecken gibt. Wissenswertes zum Mond Der Mond ist einer der Himmelskörper, zu dem der Mensch wohl die engste Beziehung hat - sowohl, weil es unser einziger natürlicher Satellit ist, als auch aufgrund seines Einflusses auf Phänomene wie die Gezeiten. Bei allen Zivilisationen trug er Namen wie Diana, Selene oder Cynthia. Bei den Römern wurde er Luna genannt. Oft wurde der Mond, ähnlich wie die Sonne und Planeten als Gottheit angebetet. Der Mond umkreist unseren Planeten Erde in 27,3 Tagen. Der Zyklus der Mondphasen beträgt jedoch von der Erde aus betrachtet 29,5 Tage (ein Mondmonat). Der Mond liegt im Mittel 384.000 km von uns entfernt uns seine Helligkeit erreicht uns in Anbetracht der Lichtgeschwindigkeit (rund 300.000 km/Sek) in etwas mehr als einer Sekunde. Die Erde hat mit Ihrer Anziehungskraft den Mond dazu gezwungen, uns immer sein gleiches Gesicht zu zeigen. Mit einem Feldstecher können wir täglich beobachten, wie sich die Terminator-Linie des Mondes (Licht-Schatten-Grenze) verschiebt. An ihr erkennen wir viele Details der Mondoberfläche, die man bei Vollmond nicht so kontrastreich sehen kann. Wusstest Du schon, dass … ein Astronaut, der auf der Erde 78 kg wiegt, auf der Oberfläche des Mondes nur ein Gewicht von 13 kg hat? die durchschnittlichen Temperaturen auf der Mondoberfläche zwischen 120 und -153°C schwanken!!! man bei Neumond den Mond in seinem aschgrauen Licht sehen kann? Ist der Mond auf seiner Umlaufbahn besonders nahe an der Erde, so nennen wir ihn sogar einen Supermond und er erscheint uns manchmal etwas rötlich, durch die Beugung des Sonnenlichtes an der Erdatmosphäre. Seine Bahn am Himmel liegt auf der Ekliptik und man findet ihn somit entlang derselben Bahn wie die Sonne und die anderen 7 Planeten. Er wandert scheinbar vor den Fixsternen entlang und ist der einzige Himmelskörper, den wir am Tage neben der Sonne sehen können. Allerdings reflektiert er nur das Sonnenlicht, da er kein Stern ist.  Von der Erde aus sehen wir nur die Vorderseite des Mondes, da der Mond eine gebundene Rotation um die Erde ausführt. Erst seit dem Raumfahrtzeitalter kennen die Menschen die Rückseite des Mondes. Da der Mond keine Atmosphäre besitzt, kann man die meisten Meteoriteneinschläge als Krater auf der Mondoberfläche sehen. Mit seinen 3476 km Durchmessern ist er der fünftgrößte bekannte Mond im Sonnensystem. Damit ist er im Verhältnis zur Erde recht groß und bewirkt auf der Erde die Gezeiten und bestimmt viele Rhythmen in der Natur.  Die sechs Lühburger Monde Der Erdmond ist für uns Menschen nicht übersehbar. Er ist der zweithellste Himmelskörper am Himmel und beeinflusst die Natur und ist für viele geophysikalische Phänomene auf der Erde verantwortlich. Es ist also nicht verwunderlich, dass der Mond in der Mythologie viele Kulturen und in der Vorstellungswelt einer Unzahl von Menschen seine Spuren hinterlassen hat. Den Mond einmal anders zu sehen, als ein gewöhnlicher astronomischer Lehrvortrag war eine Motivation bei der Entwicklung der astronomischen Beobachtungsstation am Schloss Lühburg. Die künstlerische Umsetzung wurde von Cassandra Danielides gemacht.