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Bausch-Park Neu Kaliß

Bausch-Park Neu Kaliß
1873 plante Gärtner Vieth aus Wittenburg im Auftrag der Eigentümer der Feinpapierfabrik eine Parkanlage direkt neben dem Industriegelände. Im Stil eines englischen Landschaftsparks mit Teichen und dendrologischen Raritäten angelegt, ist der Park damals wie heute ein Ort der Stille, an dem die Menschen Erholung finden. Der Park und die gründerzeitlichen Villen bilden heute zusammen mit dem Fabrikgelände ein denkmalgeschütztes Gesamtensemble. Mächtige Bäume beherrschen das Bild, darüber hinaus können sich Besucher im Frühjahr über eine Blütenpracht von Goldregen und Flieder, Rhododendron und Tulpenmagnolien sowie vieler anderer exotischer Bäume und Sträucher erfreuen. Viele der dendrologischen Besonderheiten stammen vor allem aus Nordamerika und Asien. Der Park ist aber auch Ort der Zeitgeschichte. 1946 wurde die Fabrik demontiert, die Grünanlage verwahrloste. Viele Pflanzen verschwanden, die Bäume waren von Wunden gezeichnet und der Boden von Panzerketten zerfurcht. Noch Anfang der 90er Jahre bot der Park einen eher traurigen Anblick. Heute ist der Bausch-Park ein gepflegter Landschaftsgarten und eindrucksvolles Naturdenkmal. Nach umfassenden Sanierungsarbeiten ist er für die Bewohner der Kloster Dobbertin gGmbH ein idealer Ort zum Verweilen im Grünen, der auch für andere Besucher ganzjährig geöffnet ist.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Neu Kaliß

Alte Papierfabrik Neu Kaliß

Alte Papierfabrik Neu Kaliß

📍 Neu Kaliß

Als im Jahre 1871 die beiden Unternehmer Felix Schöller und Theodor Bausch nach Neu Kaliß kamen, hatten sie bereits ehrgeizige Pläne im Gepäck. Sie wollten die Papiermühle, die schon damals hochwertiges Schreibpapier fertigte, reformieren. Am Ufer der Neuen Elde sollte eine moderne Papierfabrik entstehen. Am 27. Februar 1872 wurde der Grundstein für die maschinelle Papierproduktion in Neu Kaliß gelegt, die auch heute noch wichtige Wirtschaftskraft für die Region ist. Der wirtschaftliche Aufschwung und die hervorragende Qualität der Papiere führten in den folgenden Jahren zur ständigen Erweiterung der Fabrik. Nach dem ersten Weltkrieg war das Fabrikgelände an der Elde etwa 11.000 Quadratmeter groß. Der wirtschaftliche Erfolg sollte allerdings nicht ewig währen. Nach dem zweiten Weltkrieg, am 28. März 1946, begannen Sowjetsoldaten mit der Demontage des Werkes. Dennoch ging die Geschichte der Papierproduktion am Standort Neu Kaliß weiter. Im November 1949 wurde die Produktion wieder aufgenommen, der Betrieb 1953 in Volkseigentum überführt. In den folgenden Jahren wurde die Produktion ständig weiterentwickelt und auf neue Spezialpapiere umgestellt. So arbeitete der Betrieb bis zur Wende. 1992 schließlich wurde der Betrieb als nicht mehr sanierungsfähig eingestuft. Dennoch gab es einen Interessenten für die alten Anlagen: die Melittagruppe. Diese setzt seit 1995 am neuen Standort die Papierproduktion mit der "Neu Kaliß Spezial Papier GmbH & Co. KG" fort.  Das ehemalige Fabrikgelände ist heute ein baugeschichtlich einmaliges Industriedenkmal. Wasserwanderer kommen kurz hinter Dömitz direkt an den gewaltigen roten Backsteingebäuden vorbei. Diese zeugen noch immer von der großen Bedeutung des Werkes für die Region, erinnern aber auch an die Vergänglichkeit einst bedeutender Errungenschaften aufgrund des sich ständig ändernden technischen Fortschritts.

Wassermühle Findenwirunshier

Wassermühle Findenwirunshier

📍 Neu Kaliß

1851 wurde die Wassermühle in Neu Kaliß erbaut und diente über ein Jahrhundert der Wirtschaft des kleinen Ortes an der Elde. 1992 wurde sie stillgelegt. Heute versorgt sie als Wasserkraftwerk die Gemeinde mit Strom. Bereits im Jahr 1790 erbaute Mühlenmeister Markurth auf der Eldeinsel zwischen künstlich geschaffener Wasserstraße und der Alten Elde eine Kornmühle. Diese wurde 1851 deutlich vergrößert und ein zusätzlicher Speicher neu erbaut. Der originelle Name entstand der Sage nach aus dem zufälligen Treffen zweier Brüder, die sich lange Zeit nicht gesehen hatten und erstaunt feststellten: "Oh, finden wir uns hier." Beide waren Müller und errichteten an dieser Stelle eine Wassermühle, die dort noch heute zu sehen ist. 1992 wurde sie stillgelegt. Lediglich die Wasserturbinen zur Erzeugung von Elektroenergie wurden wieder instand gesetzt und erzeugen auch heute für die Gemeinde Neu Kaliß den benötigten Strom.

Fritz-Reuter-Stein

Fritz-Reuter-Stein

📍 Neu Kaliß

Als Fritz Reuter am 25. August 1840, am Tag seiner Entlassung aus der Festungshaft in Dömitz, durch die Kalißer Heide kam, passierte er die Wegkreuzung Neu Kaliß - Neu Göhren, die später in seinen Erinnerungen "Ut mine Festungstid" für seinen Lebensweg sinnbildlich von Bedeutung war. "Ja, äwer wecker Weg was de rechte?", hatte sich Fritz Reuter seinerzeit gefragt. Diese Frage quälte den berühmten Heimatdichter Fritz Reuter so oft in seinem Leben, schon vor seiner siebenjährigen Festungshaft, als er sich mit seinem Vater überworfen hatte, als er in Jena 1833 beinahe in Studentenrevolten verwickelt war und auch später aufgrund seiner immer wieder kehrenden Trunksucht. Freunde und Verehrer des mecklenburgischen Heimatdichters errichteten ihm zu Ehren am 20. September 1885 an jener Wegkreuzung ein Denkmal aus Findlingen. Einer der Steine erinnert an "Schuten", einem kleinen Hund, den Reuter seinerzeit mit sich geführt hatte. Dieser war ein Geschenk der Kommandantentöchter zu seinem 29. Geburtstag im Jahre 1839.  Noch heute treffen sich jedes Jahr am 1. Sonntag im September Verehrer und Freunde des Heimatdichters am Fritz-Reuter-Stein, um an den niederdeutschen Dichter zu erinnern. Fanden damals regelrechte Volksfeste statt, so hat sich der Rahmen der Veranstaltungen inzwischen geändert. Am 1996 restaurierten Denkmal trifft man sich zu einem Programm, in dessen Mittelpunkt plattdeutsche Gedichte und Geschichten aus Reuters Feder stehen.