Schloss Neustadt-Glewe
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Schloss Neustadt-Glewe

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Schlossfreiheit 1

19306 Neustadt-Glewe

In Nähe der alten Burg, an einem westlichen Seitenarm der Elde, ließ 1618/19 Herzog Adolf Friedrich I. ein neues Schloss für Neustadt-Glewe bauen. Dieses sollte künftig an Stelle der Burg den mecklenburgischen Herzögen als Nebenresidenz dienen. Aufgrund der Lage an der Elde wurde das barocke Schloss auf hunderten Eichenpfählen gegründet. Die Pläne für die zweigeschossige Dreiflügelanlage im Stil des holländischen Klassizismus erstellte der herzogliche Baumeister Gerhardt Evert Pilooth, der allerdings nur wenige Jahre nach Baubeginn verstarb. Beinahe einhundert Jahre sollte es dauern, bis der Bau endlich fertiggestellt werden konnte. Allein die Innenausstattung nahm acht Jahre in Anspruch. So wurden unter anderem 1.600 Quadratmeter Deckenfläche des sonst eher schlichten Landschlosses mit aufwendigen Stuckarbeiten verziert und 32 Kamine mit Rosetten, Gesimsen und Figuren errichtet. Von 1725 bis 1735 lebte hier für einige Jahre Christian Ludwig II., der spätere Herzog von Mecklenburg-Schwerin. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Schloss vorübergehend zur Wohnstätte für Flüchtlinge und Obdachlose. Zu DDR-Zeiten schließlich wurde das Schloss für Bildungszwecke genutzt, später auch als Bibliothek und Mittagsküche. Allerdings verfiel das auf Pfählen ruhende Gebäude immer mehr und drohte abzusacken, so dass es nach der Wende vorübergehend leer stand. Nach aufwendigen Sanierungsarbeiten ab Mitte der 90er Jahre beherbergt das restaurierte Schloss heute ein Hotel. Sehenswert sind vor allem die liebevoll restaurierten Stuckdecken, die polnische Spezialisten wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt haben.

Schloss Neustadt-Glewe – Herzogliche Nebenresidenz an der Elde

Das Schloss Neustadt-Glewe gehört zu den bemerkenswerten historischen Bauwerken im Binnenland von Mecklenburg-Vorpommern. Herzog Adolf Friedrich I. ließ das Schloss 1618/19 an einem westlichen Seitenarm der Elde errichten, unweit der alten Burg. Es sollte den mecklenburgischen Herzögen künftig als Nebenresidenz dienen – ein Zeugnis höfischer Kultur, wie sie sich ähnlich auch in den historischen Städten Wismar, Schwerin oder Güstrow findet.

Barock auf Eichenpfählen – Architektur im holländischen Klassizismus

Wegen des feuchten Untergrunds an der Elde wurde das zweigeschossige Schloss auf hunderten Eichenpfählen gegründet. Der herzogliche Baumeister Gerhardt Evert Pilooth entwarf die Dreiflügelanlage im Stil des holländischen Klassizismus, verstarb jedoch kurz nach Baubeginn. Fast hundert Jahre dauerte es, bis der Bau fertiggestellt war. Allein die Innenausstattung beanspruchte acht Jahre: 1.600 Quadratmeter Deckenfläche wurden mit aufwendigen Stuckarbeiten verziert, und 32 Kamine mit Rosetten, Gesimsen und Figuren geschmückt. Von 1725 bis 1735 residierte hier Christian Ludwig II., der spätere Herzog von Mecklenburg-Schwerin.

Vom Verfall zur Sanierung – Das Schloss heute

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Schloss zunächst als Unterkunft für Flüchtlinge und Obdachlose, zu DDR-Zeiten als Bildungseinrichtung, Bibliothek und Mittagsküche. Das auf Pfählen ruhende Gebäude verfiel zunehmend und stand nach der Wende vorübergehend leer. Ab Mitte der 1990er Jahre wurde es aufwendig saniert. Polnische Spezialisten restaurierten die prachtvollen Stuckdecken behutsam in ihren ursprünglichen Zustand. Heute beherbergt das Schloss ein Hotel.

Anreise nach Neustadt-Glewe – Bahn und Autobahn

Neustadt-Glewe ist gut erreichbar: Der Bahnhof Neustadt-Glewe liegt nur rund 0,7 km vom Schloss entfernt. Mit dem Auto bieten sich die nahegelegenen Autobahnanschlusstellen Neustadt-Glewe an, beide in weniger als 2,5 km Entfernung.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Neustadt-Glewe

Technikum Neustadt-Glewe

Technikum Neustadt-Glewe

📍 Neustadt-Glewe

Bereits 1882 wurde in Neustadt-Glewe ein Technikum eröffnet. Die Technische Mittelschule für das Baugewerk sowie für den Maschinen- und Mühlenbau befand sich allerdings zunächst auf der historischen Burg. Am 4. November 1890 wurde das neue Technikum in der Ludwigsluster Straße feierlich eingeweiht. Das neue Technikum, im klassizistischen Stil erbaut, brachte große Vorteile für die Stadt. Mit dessen Einweihung konnten in Neustadt-Glewe noch mehr Meister und Techniker ausgebildet werden, nun auch in den Gewerken Tischlerei und Elektrotechnik. Nur drei Jahre später besuchten 454 Schüler das Technikum, das seinerzeit hervorragende Ausbildungsmöglichkeiten bot. So ist es auch kaum verwunderlich, dass 1902 zwei Studenten aus Neustadt-Glewe großes Aufsehen erregten. Mit einem selbst gebauten Automobil erkundeten sie die Umgebung der Stadt und sorgten dafür, dass man auch über den Rand der Lewitz hinaus über das Technikum sprach. Nur wenige Jahre später machte wieder ein Student Schlagzeilen. Der wahrscheinlich erste Flugpionier Mecklenburgs war ebenfalls Schüler des Neustädter Technikums. Dieser baute 1910 einen Doppeldecker mit zwei Propellern, in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde auch ein Segelflugzeug hier entwickelt und gebaut. Der gute Ruf der Bildungseinrichtung führte dazu, dass die Studenten aus den Königreichen Preußen, Bayern und Sachsen kamen, aus den freien Hansestädten Hamburg, Lübeck und Bremen sowie aus der Schweiz, Russland, Brasilien, Finnland, Holland, Österreich-Ungarn und Ägypten. 1935 wurde das Technikum dennoch geschlossen und machte Platz für eine Fliegerschule. Eine völlig andere Nutzung erfuhr das Haus in den Jahren 1945/46, als die Stadt dringend ein Krankenhaus und Lazarett benötigte. Das Technikum beherbergt heute erneut eine Bildungseinrichtung, die ibu institut für berufsbildung und umschulung gmbh.