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Tongrube Rüterberg

Tongrube Rüterberg
📍

Klinkerstraße 2

19303 Rüterberg

Am Rande der sogenannten "Dorfrepublik Rüterberg" liegt ein natürliches Kleinod der besonderen Art. Hier wurde mehr als 80 Jahre lang Ton per Hand abgebaut. Seit dem frühen 19. Jahrhundert zunächst vereinzelt, ab 1889 industriell. Mit der Grenzsicherung wurde das Areal 1968 stillgelegt. Zurück blieb eine Industriebrache. Wüste Kraterlandschaften, tiefe Gruben und hohe Halden ohne Bäume und Sträucher waren das Ergebnis Jahrzehnte langen Tonabbaus. Während immer mehr Menschen das damalige Sperrgebiet verließen, eroberte sich die Natur die Flächen zurück. Schon bald besiedelten Robinien, Espen und Sandbirken die kargen Böden und im Laufe der Jahrzehnte entstand in und um der Tongrube herum ein dichter Laubmischwald, der Lebensgrundlage für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt wurde. Die Tongrube füllte sich nach und nach mit Wasser, so dass ein kleiner See entstand. Um diesen See führt heute ein interessanter Rundweg, der nicht nur die Spuren menschlichen Wirkens, sondern auch das Ergebnis einer fast 50 Jahre währenden natürlichen Entwicklung widerspiegelt. Der Förderverein "Naturschutz Elbetal e.V." gestaltete diesen in den zurück liegenden Jahren zu einem Naturlehrpfad um, der anhand von Infotafeln und -ständen die Geschichte dieser einzigartigen Landschaft mit ihren geologischen Besonderheiten erklärt. Außerdem erfahren die Besucher Wissenswertes über die Bergbaugeschichte des Dorfes sowie über die hier lebenden Tiere und Pflanzen. Der gut ausgeschilderte Rundweg ist etwa 1,2 Kilometer lang. Wer alle acht Stationen anlaufen und sich informieren möchte, sollte anderthalb Stunden Zeit einplanen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Rüterberg

Rüterberg Dorfrepublik 1967-1989

Rüterberg Dorfrepublik 1967-1989

📍 Rüterberg

Das kleine Dorf Rüterberg ist ein besonderer Ort, denn hier wurde DDR-Geschichte geschrieben. Die verärgerten Bürger widersetzten sich der Grenzpolitik der DDR und riefen Rüterberg 1989 zur Dorfrepublik aus. Rüterberg war als Grenzdorf von 1967 bis 1989 durch die Grenzanlagen sowohl zur DDR als auch zur BRD von der Außenwelt abgeschnitten. Ohne ihre Papiere durften die Dorfbewohner den Ort weder verlassen noch betreten, Besuch zu empfangen war untersagt. Unzufrieden mit der frustrierenden Situation, berief der Schneidermeister Hans Rasenberger am 8. November 1989 eine Einwohnerversammlung ein. Es wurde einstimmig beschlossen, dass Rüterberg eine Dorfrepublik mit eigenen Gesetzen werden sollte. Bereits einen Tag später fiel dann die Berliner Mauer und Rüterberg war wieder frei zugänglich. Seit 1991 darf die Gemeinde offiziell den Beinamen "Dorfrepublik" tragen. In der Heimatstube wird der Alltag im Grenzdorf von 1967 bis 1989 in einer Ausstellung dokumentiert und erlebbar dargestellt. Geöffnet ist diese nach Voranmeldung.

Heimatstube Rüterberg

Heimatstube Rüterberg

📍 Rüterberg

Seit 1991 darf das kleine Dorf Rüterberg, gelegen am östlichen Ufer der Elbe, offiziell den Beinamen "Dorfrepublik" tragen. Eine Heimatstube im Ort informiert die Besucher, wie es zur Gründung der Dorfrepublik kam und was es für die Bewohner hieß, an und mit der innerdeutschen Grenze zu leben. Mit der Teilung Deutschlands als Folge des 2. Weltkriegs wurde Rüterberg über Nacht zu einem Grenzdorf. Gab es zunächst nur Kontrollmaßnahmen, mussten nach 1952 in zwei Säuberungsaktionen viele Familien ihre Häuser räumen und wurden zwangsumgesiedelt. Und auch für die Verbliebenen wurde das Leben immer beschwerlicher. Die Situation Rüterbergs war besonders problematisch, weil der Grenzverlauf im Elbabschnitt nicht klar geregelt war. In Folge dessen wurde im Frühjahr 1967 ein zweiter Zaun um Rüterberg errichtet. Die verbliebenen 150 Einwohner waren nun vollständig eingeschlossen und konnten ihr Dorf nur noch durch ein streng bewachtes Grenztor betreten. Ab 23 Uhr blieb das Tor bis zum nächsten Morgen ganz geschlossen. Die damit verbundenen Eingriffe in den Alltag wurden immer unerträglicher und führten dazu, dass 1989 schließlich die wenigen Einwohner aus Protest die "Dorfrepublik Rüterberg" gründeten. Man wollte sich nicht länger bevormunden lassen. Heute erinnert eine Ausstellung in der Heimatstube an jene Zeit. Sie zeigt unter anderem Original-Uniformen der ehemaligen Grenztruppen der DDR, Fotos, Dokumente, Beschilderungen und vieles mehr aus der Zeit als Sperrgebiet. Darüber hinaus sind Ausstellungsstücke aus der ehemaligen Dorfschule sowie Leihgaben der Rüterberger zu sehen, die das Leben und den Alltag auf dem Dorfe vor dem 2. Weltkrieg anschaulich darstellen.

Aussichtsturm Rüterberg

Aussichtsturm Rüterberg

📍 Rüterberg

Vom Turm aus haben Sie einen schönen Blick über die Elbtalauen.