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Schlosspark Semlow

Schlosspark Semlow
📍

An der Kirche 1

18334 Semlow

Die Pläne für die Gestaltung des Landschaftsparks entwarf der damalige in Potsdam tätige Königliche Hofgärtner Gustav Meyer (1816-1877). Die Anlage zählt nach heutigem Kenntnisstand zu den wenigen nahezu authentisch überlieferten Gartenschöpfungen des später als erster Gartendirektor in Berlin wirkenden Gartenkünstlers. Der von Anbeginn im Sinne der Aufklärung öffentlich zugängliche Semlower Park ist als Ort der Bildung und Erziehung in einer geistigen Nähe zu dem berühmten Vorbild Wörlitz zu betrachten. Meyer bezog in seine landschaftliche Gestaltung des Parks weite Wiesenräume, ein ausgedehntes Wegenetz mit prachtvollen Blicken auf das Schloss, markante Einzelbäume und ein System von Gräben und Teichen ein. Es wurden unter anderem Eichen, Kastanien, Blutbuchen, Linden und Platanen verwendet. Zu den dendrologischen Besonderheiten zählen zwei in späterer Zeit in unmittelbarer Nähe des Teiches gepflanzte Sumpfzypressen. Im Frühjahr bezaubert alljährlich ein Teppich von wilden Krokussen, Schneeglöckchen und Anemonen den Besucher. Dem zur Zeit der Anlage des Parks mit der Pflege beauftragten Gärtner Helmuth Lembke (1819-1892) war ein heute nicht mehr erhaltener Gedenkstein gewidmet. Ein gusseisernes Kreuz markiert hingegen noch seine Grabstätte auf dem Kirchhof.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Semlow

Kapelle Semlow

Kapelle Semlow

📍 Semlow

Die Kapelle Semlow ist eine aus dem 19. Jahrhundert stammende Kapelle auf dem Friedhof der vorpommerschen Gemeinde Semlow. Im Jahr 1878 wurde auf dem Kirchenacker am Dorfausgang in Richtung Schlemmin der neue Friedhof in Semlow eingeweiht. Hier ließ Ulrich Graf Behr-Negendank auf einem eigens dafür erworbenen Morgen Land eine neue Kapelle errichten, die als Erbbegräbnisstätte der Familie und für die Trauergottesdienste der ganzen Gemeinde genutzt werden sollte. Als Vorlage dafür diente ihm das Mausoleum des Erzherzogs Johann von Österreich in Schönna bei Meran, das er auf einer Italienreise besucht hatte. Es entstand so 1880/81 unter Leitung des Berliner Architekten Walter ein für unsere Region einmaliger in Gestaltung und Ausführung sehr aufwendiger neugotischer Bau, in dessen Oberraum fortan die Trauerfeiern der Gemeinde stattfanden und in dessen Krypta darunter die Särge der gräflichen Familie aufgestellt wurden. Bedeutenstes Einrichtungsstück war ein gotischer geschnitzter Marienkrönungsaltar, der in einer Nische der Nordwand seinen Platz fand. Nach dem Krieg fiel der Morgen Land mit der Kapelle unter die Bodenreform und gehörte so dem Bauernhilfskommitee, von dem die Kirchengemeinde sie 1947 gegen Ackerland eintauschte. Bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein fanden Trauerfeiern und Gottesdienste statt, dann wurde sie wegen ihrer Bauschäden, aus Materialmangel und politischem Desinteresse dem Verfall und dem Vandalismus preisgegeben. Die Särge wurden mit Hilfe der LPG neben und unter der Kapelle beigesetzt, der wertvolle Altar wurde ausgelagert und ist heute als Leihgabe der Kirchengemeinde Semlow in der Marienkirche in Stralsund zu bewundern.

Wasserwanderrastplatz Marlow

Wasserwanderrastplatz Marlow

📍 Semlow

Der Wasserwanderrastplatz Marlow liegt ca. 1 km außerhalb der Stadt Marlow direkt an der Recknitzbrücke der L18 zwischen Marlow und Semlow. Er bietet Rast- und Zeltmöglichkeiten, ein behindertengerechtes WC und auch der Einstieg zu den Booten ist über eine rollstuhlfahrertaugliche Rampe möglich. Der Wasserwanderrastplatz wird durch den Marlower Kanu- & Bootsverleih bewirtschaftet. Dadurch gibt es hier ein umfassendes Serviceangebot vom Verleih von Kanus (Canadier & Kajaks), Ruderbooten (mit Elektromotor bei Bedarf), Tretboote, Stand-Up-Boards, Fahrrädern, einen Imbiss, geführte Floß- und Kanutouren sowie den Verkauf von Touristenfischereischein M-V und Gastangelkarten. Der Wasserwanderrastplatz Marlow ist ein idealer Ausgangsort für Touren per Boot, Fahrrad oder zu Fuß zum Entdecken und Erleben der unverwechselbaren Landschaft und Natur des "Unteren Recknitztals".

Feldsteinkirche Semlow

Feldsteinkirche Semlow

📍 Semlow

Die Dorfkirche Semlow ist eine aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts stammende Dorfkirche in der vorpommerschen Gemeinde Semlow und gehört zu den ältesten Feldsteinkirchen im unteren Recknitztal. In unserer Gegend fasste die Kirche nach 1170 Fuß, als Heinrich der Löwe die hier lebenden Slawen unterwarf. Etwa zwanzig Jahre später wurde mit dem Bau der romanischen Feldsteinkirche in Semlow begonnen. Vollendet wurde sie um 1220, wohl nachdem politische Ereignisse im Zusammenhang mit der Einwanderung deutscher Siedler die Arbeiten unterbrochen hatten. An der Westseite des Turmes ist ein großer Inschriftstein eingelassen, der auf die Erneuerung der Kirche im 19. Jahrhundert durch den Grafen Behr-Negendank hinweist. Im Turm befinden sich drei Glocken (von 1611, 1447 und aus dem Ende des 14. Jahrhundert) und ein voll funktionierendes Uhrwerk von 1856. Von der reichen Innenausstattung der Kirche fällt zuerst die vollständige Ausmalung (1860) ins Auge, die das Hauptwerk des Lübecker Malers C. J. Milde ist. Die Bilder im spätnazarenischen Stil sind in eine romanisierende Architekturmalerei eingebunden und zeigen an den Wänden unten Szenen aus dem Alten Testament und darüber Erzengel, im Triumphbogen Propheten und an der Decke Darstellungen des Jüngsten Gerichts mit Christus als Weltenrichter in der Mitte. Ebenfalls von Milde sind die Brustbilder von Kirchenvätern, Missionaren und Reformatoren an der Orgelempore. Die Grüneberg-Orgel wurde 1913 erbaut und 1999 wiederhergestellt. Der älteste Ausstattungsgegenstand ist das gotische Triumphkreuz aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Gut einhundert Jahre jünger ist die Kanzel, deren Schalldeckel eine Mosefigur krönt und um deren Korb reliefartige biblische Bilder zu Tod und Auferstehung Jesu zu sehen sind. Der Besucher fühlt sich hier wohl und kann mehr und mehr einen wunderschönen Bau besichtigen.