Das Schiffswrack JOHANNA
Das Schiffswrack JOHANNA am Boddenstrand von Fuhlendorf
Tonnenweise rostigem Stahl liegt das Schiffswrack JOHANNA an der Ostsee – genauer gesagt am Boddenstrand von Fuhlendorf, unweit der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst in Mecklenburg-Vorpommern. Was heute als markantes Wrack in der Landschaft liegt, war einst eine stählerne Besan-Schute mit Holzboden, gebaut 1899 bei D. W. Kremer in Elmshorn. Ihr Heimathafen war Estebrügge an der Niederelbe.
Geschichte einer Segelschute: Von der Niederelbe an den Bodden
Die JOHANNA gehört zum Typ des Ewers – dem typischen Frachtsegler der Niederelbe und der Nordseeküstengewässer von Dänemark bis Holland. Mit einem Flachboden gebaut, war der Ewer ideal für Tidengewässer. Die JOHANNA misst 19,04 m in der Länge und 4,77 m in der Breite bei 38 BRT. Sie wechselte im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrfach den Eigentümer, wurde zeitweise in GERTRUD umbenannt und erhielt 1929 einen 25-PS-Motor. Nach einem Sinkunfall 1964 nahe Ueckermünde und Jahren im Wieker Hafen auf dem Darß gelangte die Schute 1993 nach Fuhlendorf. Im Januar 1995 wurde der Rumpf endgültig auf den Strand gezogen. Am Heck sind noch der eingekörnte Name JOHANNA und der Heimathafen ESTEBRÜGGE lesbar.
Schiffswrack JOHANNA seit 2025 öffentlich zugänglich
Lange war das Wrack nur schwer erreichbar. Seit 2025 gehört der angrenzende Boddenstrandabschnitt der Gemeinde Fuhlendorf. Ein öffentlicher Weg führt nun durch ein mooriges Boddenküstenwäldchen direkt zur JOHANNA – Besucher können den beeindruckenden Schiffsrumpf aus unmittelbarer Nähe betrachten. Für viele Einheimische hat dieser Strandabschnitt zudem eine persönliche Bedeutung: Hier legten Generationen von Kindern im Schwimmlager ihre erste Schwimmstufe ab.