Gnadenkirche Sellin
Gnadenkirche Sellin – Kirche mit kaiserlicher Geschichte im Ostseebad
Wie eine Königin thront die Gnadenkirche Sellin auf einem Hang am Westende der Kirchstraße im Ostseebad Sellin auf Rügen. Der Bauplatz wurde einst von der Fürstin und Herrin zu Putbus gestiftet – ein Umstand, der dem Gotteshaus bis heute seinen besonderen, fürstlichen Charakter verleiht. Die Kirche ist eines der markantesten historischen Wahrzeichen des beliebten Badeorts an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns.
Vom Fischerdorf zum Badeort – Entstehung der Selliner Kirche
Ursprünglich gehörte Sellin zur Kirchengemeinde Lancken. Mit dem touristischen Aufschwung zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs das kleine Fischerdorf jedoch rasch zu einem bedeutenden Ostseebad heran. 1913 erhielt Sellin deshalb eine eigene Kirche. Zur Einweihung stiftete die Deutsche Kaiserin und Königin von Preußen, Auguste Victoria, persönlich die Altarbibel und widmete diese der Gemeinde. Bereits ein Jahr später, 1914, wurde Sellin zu einer eigenständigen Kirchengemeinde.
Wiederaufbau nach dem Brand von 1960
Im Jahr 1960 wurde die Gnadenkirche durch einen schweren Brand stark beschädigt. Trotz widriger politischer Verhältnisse gelang der Wiederaufbau: Die Kirche erhielt ein neues Dach und drei neue Glocken. Der Innenraum wurde in schlichter, neuer Gestalt gestaltet, und die Orgel wurde durch die renommierte Firma Sauer fachkundig restauriert. Dieser Wiederaufbau steht bis heute als Zeugnis des Beharrungsvermögens der Gemeinde.
Anreise zur Gnadenkirche Sellin auf Rügen
Die Gnadenkirche Sellin ist bequem mit der Rügenschen Bäderbahn zu erreichen – die Bahnhöfe Sellin West und Sellin (Rügen) Ost liegen jeweils rund einen Kilometer entfernt. Auch der Bahnhof Baabe ist etwa zwei Kilometer entfernt und bietet eine weitere Option zur Anreise. Zusätzlich sind Fährverbindungen ab Sellin in unmittelbarer Nähe verfügbar, was die Kirche auch für Ausflügler von der Ostseeküste gut erreichbar macht.