Rechliner Mauer
Die Rechliner Mauer – ein geteilter Ort an der Ostsee
Die Rechliner Mauer ist ein eindrucksvolles Zeugnis deutsch-russischer Nachkriegsgeschichte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie teilte den Ort Rechlin, südlich der Ostseeküste am Ufer der Müritz gelegen, in einen deutschen und einen russischen Sektor – und blieb bis zum Abzug der letzten GUS-Streitkräfte im Jahr 1993 bestehen. Wer die Region zwischen Rügen, Fischland-Darß-Zingst und dem mecklenburgischen Binnenland erkundet, stößt hier auf ein besonderes Kapitel der jüngeren Geschichte.
Rechlin als Zentrum der deutschen Luftfahrterprobung
Bereits im Ersten Weltkrieg entstand in Rechlin eine Flieger-Versuchs- und Lehranstalt. Nach einer Unterbrechung durch den Versailler Vertrag wurde der Ort ab 1934 zügig zur größten Erprobungsstelle der deutschen Luftwaffe ausgebaut. Um 1940 lebten und arbeiteten rund 4.000 Menschen hier – ergänzt durch Arbeitsdienstverpflichtete, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. Der massive Ausbau des Flugplatzes Lärz und der Bau ganzer Wohnsiedlungen verliehen Rechlin eine für ein Mecklenburger Dorf völlig untypische Struktur.
Historisches Erbe zwischen Müritz und Mecklenburgischer Seenplatte
Die Geschichte Rechlins spiegelt wie kaum ein anderer Ort in Mecklenburg-Vorpommern die Brüche des 20. Jahrhunderts wider – von militärischer Hochrüstung über Besatzungszeit bis zur Wiedervereinigung. Die Rechliner Mauer steht dabei symbolisch für eine Epoche, die das Gesicht des Ortes bis heute prägt und Geschichtsinteressierte aus der gesamten Ostseeregion anzieht.