Pantlitz

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Radfahrerkirche Pantlitz

Radfahrerkirche Pantlitz

📍 Pantlitz

Die Kirche Pantlitz ist eine aus dem 19. Jahrhundert stammende Dorfkirche im vorpommerschen Pantlitz, einem Ortsteil der Gemeinde Ahrenshagen-Daskow. Sie ist seit 2006 Vorpommerns erste Radfahrerkirche. Dieser neugotische Backsteinbau stammt aus dem Jahre 1869 und wurde von dem Stralsunder Architekten Ernst von Haselberg konzipiert. Von dem Vorgängerbau sind lediglich einige historische Motivscheiben erhalten. Zu DDR- Zeiten sollte die Kirche gesprengt werden. Engagierte Bürger konnten das verhindern. Allerdings ist seit dieser Zeit die Orgel ausgelagert und das ursprüngliche Gestühl durch das Gestühl aus der Damgartener Kirche ersetzt worden. In den letzten Jahren wurden mit Fördermitteln der Patronatsanbau der Kirche aufwändig saniert, ebenso die Chorfenster. In der Kirche befindet sich eine Kopie des Bildes "Anbetung der Hirten" des Niederländers Gerrit van Honthorst. Dieses Bild hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Gestiftet von der Familie von Thun musste es aufgrund der geplanten Sprengung in den 1970ern ausgelagert werden. Es kam dann zurück und vor einigen Jahren erkannte man den wahren Wert des Bildes, dass es von einem Maler der niederländischen Schule stammt und ca. 1 Mio. Euro wert sei. Insofern wurde eine Kopie angefertigt. Das Original hängt derzeit im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald. Einzigartig ist der Ausblick von dem Kirchturm über den alten Grenzfluss zwischen Pommern und Mecklenburg, die Recknitz und den historischen slawischen Burgwall. Für Urlauber in der Recknitzregion ist daher die Pantlitzer Kirche ein unbedingtes Ausflugsziel. Im Jahr 2006 wurde die Pantlitzer Kirche zur "Radfahrerkirche" ernannt, d.h. in den Sommermonaten von Mai bis September halten Ehrenamtliche dort Kaffee und Kuchen bereit. Wer außerhalb der Betreuungszeiten nach Pantlitz kommt, soll nicht umsonst gekommen sein. Besucherinnen und Besucher können sich das Bauwerk trotzdem auch von Innen anschauen. Der Schlüssel kann vor Ort ausgeliehen werden.

Slawenburg Pantlitz

Slawenburg Pantlitz

📍 Pantlitz

Der Burgwall Pantlitz ist ein auf einem Geländesporn westlich der Kirche landschaftlich reizvoll am Recknitztal gelegener altslawischer Ringwall aus dem 8./9. Jahrhundert. Der Schlossberg von Pantliz gehört zu den bedeutendsten slawischen Burgwällen des Landes. Bei Pantlitz könnte 955 die bekannte Schlacht an der Raxa stattgefunden haben. Die Burganlage besteht aus einer ovalen Burginnenfläche von 35 x 45 m und einem Wall, der die gesamte Burg umschließt. Dazwischen findet sich der Burggraben, der wegen der Höhenlage stets ohne Wasserfüllung war. Der Wall bestand aus Holz und Erde und trug vermutlich eine Palisade. Wegen ihrer glatten, steilen Außenwand bot diese Konstruktion einen guten Schutz gegen Angreifer. Am 16. Oktober 955 kam es zur Schlacht an der Raxa (Recknitz). Otto I. hat 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld gegen die Magyaren einen bedeutenden Sieg errungen. Gleichzeitig wurde aber seine Herrschaft durch einen Aufstand der Obodriten und Wilzen akut bedroht. Otto begann mit Unterstützung der Ranen, des Herzogs Boleslav von Böhmen sowie seines Sohnes Liudolf einen Feldzug zur Lösung dieses Problems. Ein Kompromissangebot der Aufständischen lehnte er ab. Schließlich kam es an der Recknitz zur Entscheidungsschlacht. Diese Schlacht, bekannt als "Schlacht an der Raxa", ist vom Geschichtsschreiber Widukind von Corvey ausführlich beschrieben worden. Sie endete mit dem Sieg Ottos. "Das Morden währte bis tief in die Nacht. Am nächsten Morgen wurde das Haupt des Stoignew (Obodritenfürst und Führer der aufständischen Slawen) auf freiem Feld aufgestellt; ringsum wurden 700 Gefangene enthauptet. Dem Ratgeber Stoignews wurden die Augen ausgestochen, die Zunge ausgerissen und dann ließ man ihn hilflos zwischen den Leichen liegen." Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten in der Widukindschen Schilderung (Mäander der Recknitz) könnte diese Schlacht beim heutigen Pantlitz stattgefunden haben.

Turmhügel Pantlitz

Turmhügel Pantlitz

📍 Pantlitz

Frühdeutscher Turmhügel als Teil einer Schutzbefestigung aus dem 12. Jahrhundert mit Wassergraben. Das Dorf Pantlitz war seit Beginn ein Rittersitz mit Ackerwerk, Pfarrhof und Bauern. Der genaue Zeitpunkt der Errichtung des stattlichen Turmhügels mit Wassergraben ist nicht zu ermitteln. Die spätere Umnutzung des Feldsteinkellers zum Eiskeller war bis 1945 in Betrieb. Anfang der 1990iger Jahre wurde der Turmhügel restauriert; der umgebende Wassergraben gereinigt und wieder hergestellt.